Frische Brise statt lauem Lüftchen

Wenn es im Auto müffelt, die Scheiben beschlagen und nur noch ein laues Lüftchen wabert, macht die Klimaanlage schlapp. Höchste Zeit, das coole Feature in der Werkstatt testen und warten zu lassen.

„Nur eine funktionierende Klimaanlage garantiert eine sichere Fahrt mit kühlem Kopf und vermeidet teure Folgeschäden“, sagt Jürgen Steindle vom Klimaanlagenservice-Spezialisten Waeco.

Obwohl immer noch nicht alle Fahrzeughersteller Check und Wartung von Klimaanlagen in ihren Inspektionen vorschreiben, werden sie dringend empfohlen. Warum?

Anders als in Kühlschränken sind die Bauteile der Klimaanlagen mit beweglichen Teilen verbunden. Aus diesen Leitungen und Dichtungen verduften jährlich klammheimlich etwa zehn Prozent Kältemittel. Hinzu kommt, dass die Hersteller mit den Jahren den Füllstand der Klimaanlagen gesenkt haben.

Wer jetzt nicht reagiert, riskiert eine nachlassende Kühlleistung und einen defekten Kompressor, denn auch die im Kältemittel enthaltenen Leichtlauföle zur Schmierung gehen verloren. Ein teurer Spaß – die Reparatur kostet schnell mal eine vierstellige Summe. Der Check sollte deshalb jährlich, die Wartung alle zwei Jahre erfolgen.

Was prüft die Werkstatt?

Zum Check gehören die Sicht- und Funktionskontrolle aller Bau- und Verbindungsteile sowie die Messung der Ausblastemperatur, die maximal sieben Grad Celsius betragen sollte. Außerdem wird der Kältemittelstand und per Druckprüfung die Dichtheit der Anlage getestet. Bei der Wartung wechselt die Werkstatt darüber hinaus den Filtertrockner, reinigt und füllt Kältemittel auf.

Woher kommen die üblen Gerüche?

Sind Verdampfer- und Luftfilteroberfläche nach dem Abstellen des Autos noch feucht, finden Pilze und Bakterien hier den idealen Nährboden. Da helfen nur Reinigung und eine anschließende Desinfektion mit Spray, Spritzpistole oder Ozon. Achtung: Die Desinfektion gehört nicht automatisch zum Klimaanlagenservice.

Autofahrer können vorbeugen und die Klimaanlage fünf Minuten oder fünf Kilometer vor Fahrtende ausschalten und das Gebläse laufen lassen. So trocknet der Verdampfer ab.

Klimaanlage an und alles läuft ganz cool?

Nicht ganz. Nur wer die Anlage richtig bedient, genießt das prima Klima unbeschadet über viele Jahre. Und so funktioniert es: Das Auto vor der Fahrt kräftig lüften, und die Air Condition nach dem Start bei geöffneten Fenstern kurzzeitig voll powern lassen, damit die Stauhitze entweicht, danach runter regeln.

Bei der Klimaautomatik reicht es, die Temperatur einzustellen. Auf kurzen Strecken unter zehn Minuten Fahrzeit lohnt der Kältekomfort nicht, er würde nur unnötig Kraftstoff kosten.

Weil die frische Luft wachhalten und nicht krankmachen soll, werden die Düsen nicht direkt auf Kopf und Brustkorb, sondern in den Innenraum gerichtet. Die beste Reisetemperatur liegt übrigens zwischen 21 Grad und 23 Grad Celsius, maximal sieben Grad Celsius unter der Außentemperatur.

Und ganz klar: Die Air Condition muss auch im Winter ab und an arbeiten. Das garantiert die Schmierung der Bauteile und weniger Feuchtigkeit im Fahrzeug.

Was hilft noch für ein prima Klima?

Wer sein Auto im Schatten parkt, hat schon beim Einsteigen die eindeutig besseren Karten. Hilfreich ist ebenfalls eine Wärmeschutzverglasung. Zum Himmel stinken auch zugesetzte Innenraumfilter. (Quelle:kfzinnung.de)